Fähren und Schiffahrt der Oberelbe in Sachsen und Böhmen


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Fähre Blasewitz – Loschwitz Km 49,7

Fähren Cotta - Blasewitz

Blasewitz – Loschwitz Km


Älteste Nachricht v. ( 1270) 1471
Konzession seit 1883 SBDSG
Wagenfähre 1893 eingestellt
Personenfähre 1926 eingestellt
Neue Konzession 1927 f.Personenfähre privat

Am Km 49,9 re. Seite befindet sich der Winterhafen Loschwitz.


Die Überfahrt Blasewitz - Loschwitz besteht sicherlich schon seit uralten Zeiten, denn die Grundstraße war ebenso sicher ein bedeutender Handelsweg in Richtung Osten.
Noch bevor es in Dresden die erste Brücke gab, zu Zeiten da hier die Sorben lebten, nahm man gewiß den kürzeren und weitaus bequemeren Weg der Überfahrt in Blasewitz-Loschwitz.
Anfänglich wird es ein lockeres Verhältnis zwischen Bootsbesitzern und den übrigen Bewohnern gewesen sein. Wovon sich diese Bootsbesitzer mehr oder weniger gut vom Übersetzen ernähren konnten.
Als dieser Verkehrsweg an Bedeutung gewann wurde er unter die Aufsicht und Kontrolle der jeweiligen Landesregierung gestellt.
Deshalb wurden die Fährmeister angehalten, die in Dresden fällige Zollabgabe gegen Quittungsscheine zu erheben und dahin abzuliefern.
Um 1593 war Loschwitz ein bedeutender Holzhandelsplatz, so diente diese Überfahrt auch dazu, den oberhalb Dresdens gelegenen Dörfern das nötige Holz zuzuführen.
Die Fährgerechtigkeit war eine Gerechtigkeit ,eum privilegio , gehörte also nicht dem Fiskus. Später am Anfang des 17. Jh., mag darin eine Änderung eingetreten sein. So daß die Gemeinde diese Gerechtigkeit an eine Person abtrat, die gegen Entgeld Fremde überfahren konnte.
Loschwitzer und Einwohner der weiter unten gelegenen 7 Dörfer wurden umsonst übergesetzt, wofür dem Fährmeister ein Äquivalent zu erheben gestattet war.
Ca. 1630 mußte die Fähre Blasewitz-Loschwitz nach Dresden abgegeben worden sein. Denn aus dem Jahr 1639 befindet sich im Königlichen Hauptstaatsarchiv unter der Nummer 9891 das Gesuch des "Fährers Jakob Hauck zu Loschwitz" worin er sich an den Kurfürsten mit der Bitte wendet, daß die von Loschwitz nach Dresden verlegte Fähre wieder nach Loschwitz zurück verlegt werde und wie vorher zum Überfahren gebraucht werden könne (d.d. 23 Okt.1639).
Die Verlegung muß auch damals erfolgt sein, denn es geschieht der Sache weiter keine Erwähnung, wohl aber wird bei Fährnahrungs-verkäufen der Kauf perfekt und confirmiert.
Streit wegen der Loschwitzer Fähre gab es über Jahrzente. Akten welche wichtige Rechtsverhältnisse enthalten haben, sind möglicherweise beim Bombardement Dresdens im siebenjährigen Krieg verloren gegangen.
In einem Berichte vom 11. Okt. 1803 heißt es deshalb, dass vorher diese Fährgerechtigkeit und Erbfähre von Besitzer auf Besitzer gekommen und als Immobile mit den darauf haftenden Erbzinsen veräußert worden.
Wie diese Besitzer ihr Recht erlangt, hätte weder von ihnen noch von den vormaligen Beamten angegeben werden können.
Die Botmäßigkeit über die Fähre war also dem Amte zugeeignet und dem Rate durch Rescript vom 23. Jan 1723 "de facto" entzogen worden.

Die Fähre wurde seit:

"undenklichen Zeiten zur Bequemlichkeit der Umwohner und für den bedeutenden Holzhandel von Loschwitz dem Fährmann gegen Fährgeld ins freye überlassen",

er durfte aber nicht Fremde , Wagen mit zollbaren Gütern, Vieh u. dergleichen übersetzen sondern musste dieselben auf die ordentliche Landstraße verweisen.
Nur in Kriegszeiten war ihm solches gestattet, und er mußte dann auch die Geleits- und Brückenzolleinnahme für Dresden gegen Quittung mit versorgen, wie auch der Interims-Fährmeister Naumann auf die Beigleitseinahme mit verpflichtet wurde.
Vorrechte hatten die Einwohner von Loschwitz, Blasewitz, Gruna, Striesen, Reick und Seidewitz. Diese hatten dem Fährmeister, außer Loschwitz 1 Groschen, die übrigen 1 Groschen und 6 Pfennige pro Jahr zu geben.

Neben dieser Fähre bestand nun auch noch die sogenannte Notfähre - Gemeindekahn, womit Personen und deren Effekten, Körbe, Wirtschaftserzeugnisse und Gemüse mit Ausschluß größerer Lasten und Schiebeböcke übergesetzt wurden.
Die Überfahrt mit dem Gemeindekahn, wurde in früherer Zeit, beim Verkauf der Fähre, in den durchs Materniamt bestätigten Käufen ausdrücklich vorbehalten und lag auf dem Grundstück einer Frau Wirthgen, Nr.291 das nach obigem Aktenstück, jetzt Nr.330 ist.
Die Gemeinde Loschwitz brachte 1841 das Recht an sich und verpachtete es an Einwohner, die sie damit unterstützen wollte.
1843 fing die Gemeinde damit an und wurde in neuerer Zeit , wo schon Dampffährenbetrieb war, das Recht aufs Neue gesichert.
Zu dieser Fährgerechtigkeit gehört auch die Berechtigung des Ausschiffens am linken Elbufer.
Nicht unerwähnt mag bleiben, daß die Loschwitzer , die weniger zu zahlen hatten als die übrigen sechs Dörfer, darum verpflichtet waren, dem Fährmeister seine Fähren bei Anbruch des Winters nach dem Gasthofsgarten mit heraus zu ziehen .

Fährordnungen mit Fährtarif und Eisenbahngelder-Tarif sind in neuerer Zeit vorhanden, 9.Nov.1842 und vom 29.März 1862 ( Elbfährordnung;Nachtrag).

Als Fährmeister in Loschwitz werden außer dem oben genannten Hauck nach einer Lücke in der Zeit genannt:
Hans Balthasar Hempel,
Joh.Mich.Willkommen , Schwiegersohn des vorigen,
Joh.Gottfried Stohn,
Stohn´s Frau.
Von ihr kaufte ihr Schwiegersohn Karl Friedrich Modes, vorher Radlermeister in Dresden , die Fährgerechtsame mit Grundstück.
Karl Friedrich Modes, Sohn des Vorigen, kaufte vom Vater die Fähre mit Fährgerechtigkeit, Fahrzeugen und Kähnen, Schiff und Geschirr am 04.April 1823. Von ihm ging die Gerechtsame sowie das ganze Besitztum nach seinem Tode 1864 auf seine Witwe Frau Modes geb Reintanz über. Sie war 1883 noch Besitzerin.
1883 erfolgte die Übernahme durch SBDG die auch gleich den neuerbauten Seitenradfährdampfer
"Loschwitz-Blasewitz" einsetzten.
Der linke Seitenradkasten trug den Namen
"Loschwitz" und der rechte Seitenradkasten trug den Namen "Blasewitz". Diese Beschriftung war bisher einmalig in der Schiffahrt.
Dieses Fahrzeug war bis zur Einweihung der Brücke 1893 an dieser Stelle in Betrieb.1887 Kamen die beiden Fährdampfer
"Pfeil" und "Elbe" an dieser Stelle trotz der Brücke noch bis 1926 zum Einsatz.
Im Jahr1883 schloß die SBDG mit dem letztgenannten Modes einen Pachtvertrag ab, zwar auf zunächst 15 Jahre, und zahlte pro Jahr an ihn bzw. seine Witwe 1200 Thaler.
Später wurde der Vertrag um weitere 15 Jahre verlängert. Auch die Gerechtigkeit des Gemeindekahns, die sich auf die o.g. Dörfer bezog (lt.Contrakt vom 1.Juli 1862) , erpachtete dieselbe Gesellschaft für jährlich ursprünglich 200 Thaler seit Febr. 1879 für 300 Mark und beantragte bei der zuständigen Behörde Erhöhung der Fährtaxe. Dieselbe soll eintreten,wenn die Überfahrt mittels Dampffähre bewirkt werden würde.

Quelle: Friedrich Wilhelm Pohle 1883
Königl.Finanz- Archiv
Städtisches Rats-Archiv


Kriegsbedingt ruhte der Fährverkehr ab 1915 wegen Brennstoffmangels. Danach wurde der Verkehr von SBSG wieder aufgenommen.
1927 pachtet Alfred Müller diese Fähre und nimmt den Personenfährbetrieb mit der Motorschaluppe
"Friedrich Gustav" auf. Damals zwischen Wasserweg und der Oehmestr.
Am 01. November 1955 wird dieser Fährbetrieb für immer eingestellt.


An Fährgefäßen waren folgende Fahrzeuge vorhanden:

Prahmfähre
Daten über diese Fähre sind nicht erhalten geblieben diese soll jedoch mit einer Kette betrieben worden sein.
1862 bei der Verpachtung der Gemeinde und des Karl Friedrich Modes, war diese jedoch Bestandteil der Verpachtung an die SBDG.


Dampffähre
"Blasewitz-Loschwitz"
mit Seitenradantrieb
erbaut f. Elb-Dampfschiffahrtsges. Dresden
Baujahr/Ort 1863 in Blasewitz Bau Nr. 11
Leistung 25 PSn
Zugel.f. 250 Personen 3 Fuhrwerke
1867 wurde das Fahrzeug an die SBDG verkauft und 1893 stillgelegt. Der Name der Fähre war am Radkasten angebracht. am linken Radkasten der Name "Loschwitz" und am rechten Radkasten der Name "Blasewitz". Bisher einmalig bei Fähren.


Dampffähre
"Elbe"
mit Seitenradantrieb
erbaut f. unbekannt
Baujahr/Ort 1865 in Übigau Bau Nr. 5 D
Leistung 20 PSi
Es ist anzunehmen, daß dieses Fahrzeug für die SBDG erbaut und auch hier in Blasewitz/Loschwitz eingesetzt wurde.

Dampffähre
"Elbe"
mit Schraubenantrieb
erbaut f. SBDG Dresden
Baujahr/Ort 1887 in Übigau Bau Nr. 215 D
Leistung 25 PSi
Das Fahrzeug wurde 1934 stillgelegt.

Dampffähre
"Pfeil"
mit Schraubenantrieb
erb f. SBDG
Baujahr/Ort 1888 in Übigau
Leistung 18 PSi

Dampffähre
"Weiser Hirsch"
mit Schraubenantrieb
erb.f.SBDG
Baujahr/Ort 1898 in Übigau Bau Nr. 368 D
Leistung 13 PSi


Ein Text über die Zeit nach 1880 ist in Arbeit und wird später auf dieser Seite veröffentlicht.
d.Verfasser

Bitte auf das Bild klicken,um es zu vergrößern.

24. Februar 1799: Dominik Josef Herrmann rettet in Kaditz zwei Schiffer, die im Eisgang der Elbe von Prossen bei Schandau in ihrem Kahn mitgerissen worden waren.
Sein Sohn, Josef Herrmann, schuf 1868 - 1869 in Rom ein Relief aus weißem Marmor zum Andenken an diese Tat und ließ in Loschwitz einen kleinen Rundbau (im Volksmund Senfdose genannt) zu dessen Aufnahme errichten.


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Der 1862 auf der Loschwitzer Werft gebaute Seitenradfährdampfer „Loschwitz„ Tragfähigkeit 21 t.
Die Wagenfähre stellte 1893 nach dem Bau des
„Blauen Wunders„ den Betrieb ein.

Postkarte: Sammlung K.Stein Dresden

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Schraubenfährdampfer „Elbe„ in Loschwitz.
Die Personenfähre bestand nur noch bis ca 1915.

Postkarte: Sammlung K.Stein Dresden














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Im Vordergrund die beiden Dampffähren "Elbe" und "Pfeil" und im Hintergrund ein zu Tal treibenden Lastkahn, in Sachsen Zille genannt.

Quelle: Postkarte Sammlung K.Stein Dresden

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