Fähren und Schiffahrt der Oberelbe in Sachsen und Böhmen


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Fähre Boritz – Merschwitz Km 98,0

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Fähre Boritz – Merschwitz Km 98,0

Diese Fähre wurde vorher von dem hier ansässigen Sägewerk Schulze betrieben.

Das Fährregal und auch das Dorf Boritz verlieh Kaiser Otto der II. der Kathetralkirche zu Meißen im Jahr 983. Der Bischof zu Meißen besaß 1350 die Lehnshoheit über diese Fähre.
In den nun folgenden Jahren hatten mehrere Einwohner Anteile an Fähre, Fährgerechtigkeit und Fährhaus. Nun wurden oft nur Anteile davon verkauft.
In den Jahren 1704-1818 ist die Fähre Merschwitz fiskalisch und wurde als Wagenfähre betrieben. Zur Wagenfähre wurden aber auch Schaluppen zum Übersetzen von Personen mit kleinen Transportgütern eingesetzt. Mit dem Enstehen von landesherrlichen Transportwegen, hier zum Beispiel die Salzstraße, konnten die Warenströme über die vom Landesherrn gewünschten Routen gelenkt werden. Damit war sichergestellt, daß die Akziseeinnahmen nahezu hundertprozentig eingenommen werden konnten. Die Fährmeister wurden zu "Beigleidseinnehmer" vereidigt und mußten den Wegezoll einnehmen.
Ab dem Jahr 1853 wurde die Fähre wieder verpachtet. Im Jahre 1872 wurde die Fähre vom Finanzministerium an den Schiffer Rudolf Strehle aus Kötitz verkauft. Dieser verkaufte unter dem 26.Sept.1872 die Fährgerechtigkeit an den Fährmeister Thiele.
Thiele wiederum verkaufte die Fährgerechtigkeit mit dem Fährhaus 1894 an den Schiffer Karl Hermann Wachs aus Merschwitz.
Im Kaufvertrag vom 26. Sept. 1872 hat sich der Fiskus das Rückkaufsrecht der Fähranstalt sowohl gegenüber dem Käufer Thiele als auch gegenüber dessen Nachbesitzer vorbehalten.
Dieses Rückkaufsrecht ist auf den Blättern 93 und 94 des Grundbuches für Merschwitz in Spalte II. unter Nr. 2 eingetragen. Der Fährbetrieb wurde mit einem Prahm am Gierseil, einem freifahrenden Prahm und zwei Schaluppen betrieben. Um 1900 wurde die Fährgerechtigkeit an einen Fährmeister Wachs bestätigt.
1926 wurden jährlich 10 M als Verleihungsgebühr an den Staat gezahlt.
Diese Fähre war eine reine Personenfähre. Sie wurde seit 1650 von der Familie Rendler bis 1940 gepachtet .
Die Familien Rendler waren auch Schiffshändler und versorgten die hier damals zahlreich lagernden Schiffer mit allem was nötig war.
1919 verkaufte die Witwe Wallrath die Fähre mit Fährrecht und Fährhaus an Robert Beier. Ab 1946 pachtete Paul Paust,der Schwiegersohn des Robert Beier, die Wagenfähre bis 1967. Nach 21 Jahren Fährbetrieb mußte Paul Paust den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben.
Ab diesem Zeitpunkt wurde der Fährbetrieb mit der Motorfähre
"Linni" aufrechterhalten. Mit der Einrichtung von Buslinien auf beiden Seiten der Elbe wurde einerseits die Mobilität der Bevölkerung dieser Dörfer erhöht, andererseits war die Notwendigkeit täglich die Fähre zu nutzen nicht mehr gegeben. Die Wirtschaftlichkeit dieser Fähre war somit nicht mehr gegeben. Die Fähre wurde 1975 eingestellt.



Quelle: H.St.A. 10054 Prokuraturamt Meißen Nr. 1700

An Fährgefäsen waren folgende Fahrzeuge vorhanden:

Eigentümer: Robert Bayer Merschwitz

Motofähre
"Linni" Paß Nr. (11 M 71-15) 15 M 31-102 neu
Eichbezeichnung E.Dn.453 vom 05.03.1959
Baujahr/Ort 1928 Pöche Zehren
Bauart: Komposit
Zugel. für 27 Personen
Antriebsart 1 Zyl. Junkers
Leistung 10 Ps bei 1200 U/Min.
Das Fahrzeug wurde 1970 aus dem Register gelöscht. Später jedoch als Freizeitfahrzeug wieder aufgebaut.

Motorfähre
"Rolf" Paß Nr. 11 M 71-17
1952 befand sich nur noch der Bootskörper an dieser Stelle.

Gierseilwagenfähre Paß Nr. (11 M 81- 14) 15 M 31- 103 neu
Eichbezeichnung E.Dn 323 vom 25.04.1953 alt 669 D vom 26.11.1963 neu
Baujahr/Ort 1944 Förster Riesa
Bauart Stahl mit Querspant/genietet
Zugelassen f. 178 Personen oder 19,93 t
1976 wurde
Diese Fähre wurde 1976 nach Belgern Martinskirchen verkauft und erhielt dort den Namen
"Martinskirchen"



In einem Schreiben vom 8.Martii anno 1709 beschwerd sich der Kurfürst über die Unzuverlässigkeit der Fährleute an der Fähre zu Merschwitz.
Er forderte sie auf, insbesondere im Winter, ihre Fähre bis 9,00 Uhr vom Eis befreit zu haben.Die Fuhrleute wurden oft über den halben Tag aufgehalten.
So drohte er ihnen an, für jede Stunde Verzögerung bei den Fuhrleuten, einen Taler Strafe zahlen zu müssen.

Quelle : H.St.A. 10036 Nr. 39899

Fähre Boritz - Merschwitz 1937. Das Militär setzt Pferde über die Elbe

Postkarte: Sammlung K. Stein Dresden



Fähre Boritz - Merschwitz um 1930

Postkarte: Sammlung K. Stein Dresden

Fähre Boritz - Merschwitz 1983

Postkarte: Sammlung K.Stein Dresden

Pioniere errichteten 1937 eine Schiffbrücke bei Merschwitz über die Elbe

Postkarte: Sammlung K.Stein Dresden

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