Fähren und Schiffahrt der Oberelbe in Sachsen und Böhmen


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Fähre Schöna – Herrnskretschen Km 1,9

Fähren Schöna - Obervogelgesang

Fähre Schmilka - Hrensko Km 1,9

Am Km 2,0 re. Elbufer mündete der "Kamnitzbach".

Im Jahr 1616, so berichtet Schmieder 1933, soll Kurfürst Johann Georg ein Fährschiff gegenüber von Herrnskretschen stationiert haben. Es unterstand dem Geleitsamte Schandau und dem Amt Pirna.¹
Eine Fährgerechtigkeit wurde jedoch erst 1847 für diese Fähre konzessioniert. Diese Konzession bezog sich jedoch nur auf die Fahrt vom linken zum rechten Ufer.

¹ FM. K. II. S.9 – D 517.II.Bl.186ff. 298 ff.


1910, so berichtet die Amtshauptmannschaft Dresden dem königl. Ministerium des Inneren, verkehren zwischen Schöna und Herrenskretschen 3 Fähren,

- eine sächsische Kahnfähre in Schöna
- eine österreichische Kahnfähre in Herrenskretschen
- und eine gemeinsame Dampffähre in Herrenskretschen

Als Eigentümer oder Inhaber der Fährgerechtigkeit von Schöna und Herrenskretschen wird in den hiesigen Akten der Fährmeister Carl Gottfried Protze bezeichnet. Von einer staatlichen Verleihung oder Konzession ist jedoch selbst in den ältesten Akten nichts erwähnt.
Nach einer Mitteilung des Amtsgerichts Schandau aus dem Jahre 1876 ist auf dem Grundstück des damaligen Fährmeisters Protze das Recht zur Überfahrt als Realrecht , wie vermutet wurde , nicht eingetragen. Wohl aber ist in einem Kaufvertrage vom 12.Februar 1854 dieses Recht als "durch Verjährung bestehend" bezeichnet. Es dürfte also Ersitzung vorliegen .

In der vom königlichen Ministerium für Finanzen mit Verordnung vom 27.Mai 1885 genehmigten Fährordnung ist betont, daß sich die Fähre Schöna - Herrenskretschen (Hrensko) im Privatbesitz befindet und sich lediglich auf das Übersetzen von
Personen von dem linken (sächsischem) Ufer zu dem rechten (österreichischem) Ufer und nicht umgekehrt beschränkt , aber die Eigenschaft einer öffentlichen Kahnüberfahrt habe.
Die Fährberechtigung von Herrenskretschen - Schöna wird von der Fürstlich Clary`schen Domänenverwaltung zu Binsdorf (Böhmen) in Anspruch genommen. Das östereichischischerseits eine Fährgerechtigkeit besteht, ist im Jahre 1887 von der Amtshauptmannschaft und dem Straßen- und Wasserbauamt mit Rücksicht auf den seit urdenklichen Zeiten tatsächlich bestehenden Zustand auch anerkannt worden.
In der von der k.u.k. Bezirkshauptmannschaft Tetschen unter dem 24.Mai 1888 aufgestellten Fährordnung ist betont, daß sich das Recht auf das Übersetzen von Personen nur vom rechten nach dem linken Elbufer (und nicht umgekehrt) beschränkt.

Im Jahre 1892 hat das Königliche Finanzministerium mit der Verordnung vom 17.August - Nr. 1442 Strb.-Reg ./92 - unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs dem damaligen Fährmeister Wilhelm Meyer in Schöna, welcher das Protzesche Grundstück samt Fährrecht käuflich erworben hatte, und der Fürstlich Clary`schen Domänenverwaltung zu Binsdorf zu dem Betriebe einer gemeinschaftlichen Elbfähre zwischen Schöna - Herrenskretschen mittels eines Schraubendampfers ("International" 25 PS)nach Maßgabe der aufgestellten Fährordnung von seinem Standpunkte aus Genehmigung erteilt ¹.

Die drei Schönaer Fähren wurden noch 1910 von der Witwe des Wilhelm Meyer, Emilie Meyer in Schöna , die auch das Clary`sche Fährrecht gepachtet hatte, durch ihren Fährmeister Anton Grützner betrieben. 1913 wurde die Dampffähre "International II" in Dienst gestellt. Der Grützners Nachfolger, Fährmeister D.Wilde, gab dieser Fähre dann 1933 den Namen "Grete" .

1945 wurden die Fähren eingestellt. Auf tschechischer Seite bereits 1930.

¹ H.St.A. Min.f.Fin. 10851 S 117-124





An Fährgefäßen waren folgende Fahrzeuge vorhanden:


Fährdampfer
"International"
erbaut f. Wilhelm Meyer Schöna

Baujahr/Ort 1891 in Übigau Bau Nr. 278 D
Leistung 15 PSi
Zugel.f. 27,25 t.
Das Fahrzeug erhielt 1914 den Namen
"International II" und wurde ab 1917 unter dem Namen "Friedrich-Karl" in Riesa von Karl Börner eingesetzt.

Fährdampfer
"International"
erbaut f. Auguste Emilie Meyer Schöna

Baujahr/Ort 1913 in Übigau Bau Nr. 1121
Leistung 35 PSi
Zugel.f. 90 Personen
Das Fahrzeug erhielt 1950 den Namen
"Grete" und wurde in Pirna Copitz eingesetz.



Motorfähre
"Kurt"
Baujahr/O rt 1924 in Hamburg Finkenwerder
Leistung 16 PSe
Zugel.f. 16 Personen
Das Fahrzeug kaufte Bruno Wilde in Schöna mit dem Namen " Grete " im Oktober 1927, 1938 wurde das Fahrzeug auf der Werft Schöps in Postelwitz umgebaut. Am 27.07.1950 kam das Fahrzeug auf den Elsterstausee nach Krauthain/Leipzig und erhielt dort den
Namen " Immerbereit ".



Fährdampfer
"Specht" Paß Nr. 15 M 21-36
erworben von Otto Bruno Wilde in Schöna
Baujahr/Ort 1927 in Übigau Bau Nr. 1339 ( wurde auf Vorrat gebaut )
Leistung 13 PSi
Zugel.f. 24 t.
Ab Juni 1933 kam das Fahrzeug bei der SBDG in Dresden unter dem Namen
"Grete" zum Einsatz.
1938 erhielt es den Namen
"Dampffähre Pillnitz". Ab November 1948 war die DSU der Eigentümer. Ab Januar KWU Dresden.Im Januar 1953 wurde das Fahrzeug von den Verkehrsbetrieben Dresden übernommen und erhielt den Namen "Pillnitz II".

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Die Fährordnung für diese Fähre vom 12.Januar 1847

Quelle: H.St.A. 10940 Nr. 487

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Dampffähre um 1910

Diese Fähre wurde über viele Jahre von der Familie Piecke als Pächter betrieben.
Fritz Piecke, der letzte Fährmann seiner Familie, war bis zu seiner Pensionierung auf der Fähre Heidenau/Mügeln - Birkwitz beschäftigt.

Postkarte: Sammlung K.Stein Dresden

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Motorfähre um 1915

Postkarte: Sammlung K.Stein Dresden

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Motorfähre "Grete" 1935.

Postkarte: Sammlung K.Stein Dresden

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Motorfähre "Kaiserkrone".

Foto: K.Stein Dresden 2007

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