Fähren und Schiffahrt der Oberelbe in Sachsen und Böhmen


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Fähren Strehla Km WF u. KF Km 115,15 und 116,0

Fähren Dommitzsch - Riesa

Fotos oder Dokument bitte anklicken, um diese zu vergrößern.


Die erste Erwähnung der Strehlaer Fähre liegt von 1472 vor. Es dürfte sich mit Sicherheit um die Große Fähre gehandelt haben.
1552 tritt Herzog August, er vertrat den Kurfürst Moritz, das Geleite zu Strehla an die von Pflugk ab.
Die von Pflugk wollten sich das lukrative Geschäft mit der Fähre nicht entgehen lassen, indem sie allen Fuhrleuten gestatten ihre Fähre zu benutzen. Kurfürst August wachte jedoch energisch darüber, daß alle Fuhrwerke die vorgeschriebene Straße über Merschwitz zu benutzen hatten.
Am 12.Mai 1560 ergeht daher der kurfürstliche Befehl, daß kein Wagen mit vier und mehr Pferden bespannt bei Strehla übergesetzt werden darf.
In einem Erbkaufdokument vom 23 Juni 1643 wird berichtet daß:


Erbkauf

Erhart Frankens
und
Sebastian Böhlens Fährgut zu Strehla
Im Namen der Hochgelobten Heiligen
Dreifaltigkeit Amen
Sey kund unndt zuwißen das
nunmehr vor schienen Sieben Jahren
Herr Sebastian Böhlen Bürger und Fährherr
auch Kastenvorsteher allhier ...............
und dazumahl hintersich seiner Witwe
Namens Dorothea, und zwei Kinder
An ein .......... in der Elb
gaßen verkauft der Fährer und daßen
Gerechtigkeit sowohl ein Garthen Gütlein
am Fischer Stege undt ziemlich außen stehen
de Schulden am anderen Theil Verlaßen
......

1886 gab es wiederholt Streit mit den von Pflugk wegen des Geleits. Deshalb ordnete der Kurfürst an, es soll bei der Fährordnung vom 14.November 1645 bleiben. Diese Anordnung wurde am 27.Mai 1686 erneuert.
Der Amtsvogt von Oschatz soll auf strengste Innehaltung achten.
Am 27.Juli 1671 wird


"die Anlegung von Fähren,der Kahn- und Überfährten auf der Elbe ohne besondere deßhalb erlangte landesherrliche Concession gesetzlich und allgemein nach den ergangenen Patenten verboten".

Erst 1704 ist die Strehlaer Fähre für allen Verkehr vom Landesherrn offiziell geöffnet worden.


Quelle: Finazarchiv.Acta
H.St.A. Loc. 34330. Rep.XLI. Ge
" " 39938 Das Beigeleite und die Fähre zu Strehla
" " 39925 Die gnädigst anbefohlene Abschaffung der Schleiff-Faehren
und Kähne am Elbstrohme betreffend 1645
" " 31628 Die Elbfähren betreffend S.3



Diese Proschüre erscheint ab April 2017 im A4 Format auf ca. 70 Seiten in Strehla nur im Schreibwaren Geschäft Ines Löser am Markt oder bei mir über das Internet faehrenderoberelbeatt-online.de für 10,00€ bei Versand plus 3,00€ für Verpackung und Versand.
Das at bitte mit dem englischem @ ersetzen.
In der Proschüre wird die Geschichte der Strehlaer Fähren ab 1450 dokumentiert.
Ab 1900 erscheinen viele Kopien und Fotos von Originaldokumenten der Familien der Fährenbesitzer oder der Besitzer des Fährrechtes von Strehla, Gohlis, Tzschepa, Kreinitz und den Gaitzschhäuser.

Über die Stärke des Verkehrs finden wir von der Strehlaer Fähre aus dem Jahre 1686 ein genaues Verzeichnis.

" Michaelis 1685 bis Michaelis 1686.Aus der Gleits Rechnung,wie viel Güther und andere Pferde ohngefehr über Großen Hayn und wieder zurück von Leipzig hiesigen orts durch gefahren und alhier ( Strehla ) über den Elbstrom gangen.


Von 29.Spt. biß den 25. Oct.85 monatlich 1611 Pferde
" 25. Oct. " " 22. Nov.85 " 581 Pferde
" 22. Nov. " " 20. Dez.85 " 441 Pferde
" 20. Dec. " " 17. Jan. 86 " 771 Pferde
" 17. Jan. " " 14. Feb. 86 " 621 Pferde
" 14. Feb. " " 14. Mz. 86 " 368 Pferde
" 14. Martini " " 4. April86 " 323 Pferde
-------------------
Thut also ohngefähr uf Ein halb Jahr 4716 Pferde


Von Ostern 86 biß Michaelis 86

Von 4. Ap.-2.V. 1385 Pferde
" 2. V.-- 30 V. 707 Pferde
" 30. V.-- 27.VI 616 Pferde
" 27.VI.-- 25.VII 568 Pferde
" 25.VII.-- 22.VIII 495 Pferde
" 22.VIII.-- 19.IX 549 Pferde
" 19.IX.--- 29.IX. 101 Pferde
-----------------------
4421 Pferde
Summa auf ein ganzes Jahr 9137 Pferde

Hierzu 304 Pollnische Ochsen


Exclusive derer Kaufherren Reit Pferde und deren Caleßen so sich nicht angeben und mann nicht wissen kann,ingleichen der Salz Pferde,so zurückgehen und hiesiges orts nichts entrichten,dahero solche nicht aufgezeichnet werden.

Bericht des Joh.Heinrich Striegnitz,Gleitsmann zu Strehla.

Die starke Benutzung der Fähre in den Monaten September - Oktober und Mai - April erklärt sich daraus,dass in dieser Zeir die Kaufleute zur Leipziger Michaelis- bez. Ostermesse reisten.


Quelle: Otto Mörtzsch Dresden 1911


Trotz der damals üblichen Geld und Materialprobleme ließ Hans Leidhold 1953 eine Motorschaluppe auf der Werft Pöche in Zehren bauen. Seine Fahrgäste waren ihm das Wert. Die Fähre als Schaluppe war Anfangs gewöhnungsbedürftig. Hans Leidhold wusste warum. Seine Fahrgäste wussten es dann auch bald, beim nächsten Eisgang. Und der kam ganz bestimmt.Der Typ dieses Fahrzeuges stammt von dem "Scharfenberg I" in Scharfenberg ab. Weitere Fahrzeuge sind "Arno I" und "Arno II" in Zehren.


Leider gab es auch an den Strehlaer Fähren Unfälle, allerdings ohne Personenschaden.
Große Fähre:
Im Mai 1947 fuhr eine Kutsche (diese gab es damals noch) über die Fähre hinaus.
Im Dezember 1947 verunglückt ein Traktor mit zwei Hängern (mit Mehl beladen).
Kleine Fähre:
Am 28.02.1962 stieß die Kleine Fähre mit dem Schleppdampfer
"Decin" zusammen.

Die Fährstelle kleine Fähre Strehla wie sie vielen Strehlaer und Lorenzkirchner Einwohner ein gewohntes Bild war.

Foto: Sammlung K.Stein Dresden

Der letzte Fährbetreiber der kleinen Fähre Hans Leidhold †.
Hans Leidhold war ein Fährmann aus Leib und Seele, er ist auch heute noch vielen älteren Fährgästen in guter Erinnerung.

Foto: Sammlung K. Stein Dresden

Schiffahrtsbetrieb wie wir ihn bis in die 1960er Jahre kannten. Schleppdampfer und Flöße.

Foto: SLUB Deutsche Fotothek df_0072702

Die kleine Fähre Strehla der Fährkäffer hier noch ohne überdachten Führerstand.

Foto: SLUB Deutsche Fotothek df_m_0001386

Für die mir freundlichst zur Verfügung gestellten Fotos und Unterlagen danke ich der Frau Dora Leidhold †, Ihrer Tochter Frau Zschepa, Herrn Frank Pietsch und natürlich auch dem Ortscronisten Lothar Schlegel.





Große Fähre Strehla -Lorenzkirch
(Wagenfähre) Km 115,2

Die Grosse Fähre mit Siegfried Richter dem letzten Betreiber der Fähre.

Foto: A.Smala Strehla

Abschied von der großen Fähre am 07.11.2011 und keiner hat es bemerkt.

Foto: Lothar Schlegel Strehla

Die Motorfähre "Nixe" nach der Taufe 1999.

Foto: W. Quinger Dresden






Die Fähre "Nixe" im jahr 2007
Der einst rege Fährverkehr in Strehla
gehört längst der Vergangenheit an.
Staatlich gelenkt, fährt man heute von
Lorenzkirch nach Strehla über Riesa oder
Mühlberg über die Elbe.
Ökologischer Wahnsinn wie auch der
Kies und Rübentransport auf der Straße.


Foto: K.Stein Dresden

Motorfähre "Siegfried" mit dem letzten Fährbetreiber der großen Fähre Siegfried Richter †.
Baujahr 1930 auf der Werft Pöche in Zehren.

Quelle: Sammlung K.Stein Dresden


Dieser Abschnitt zeigt die langgezogener Kurve am Nixstein in Strehla. Am Km 116 befand sich der Felsen mit dem Namen Nixstein im Flussbett.
Von der Schiffahrt nicht gefürchtet, aber geachtet. Am 24.06.1937 wurde dieser Felsen das letzte mal gesprengt.
Diese langgezogene Kurve gab uns Kindern früher im Sommer, die Möglichkeit in den Wellenbergen die von den Schleppdampfern erzeugt wurden, zu schwimmen.
Weiter unterhalb in der Kurve am Nixstein kam es vor, dass von den Seitenradschleppern beide Wellenberge am Strehlaer Ufer entlang rollten. Für uns Kinder war das natürlich die schönste Freude.


Quelle: E. Ahrend 1929



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