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Fähren Dommitzsch - Riesa

Fähre Belgern Ottersitz  km 140,5

An Fährgefäßen waren folgende Fahrzeuge vorhanden:

Eigentümer Rat der Stadt Belgern

Gierseilfähre
                           Paß Nr. (11 M 82 - 2 alt)
                                                           15 M 21 - 125 neu
Eichbezeichnung                         E.Mn. 363 v. 26.04.1956
Baujahr/Ort                               1908 Pretzsch
Bauart                                       Stahl
Zugel.f.                                     194 Personen

Motorfähre " Roland "
           Paß Nr.   15 B 21-249
Baujahr/Ort                               1966 in Laubegast Bau Nr. 134
Leistung                                    37,5  PSe
Zugel.f.                                     24 Personen
   

Handkahn
                                Paß Nr. 15 M 21 - 229
Eichbezeichnung                         E.Dn. 589 D v. 09.10.1961
Baujahr/Ort                               1961 Pöche Zehren            
Bauart                                       Holz
Zugel.f.                                     12 Personen

Motorschaluppe "Belgern"
        Paß 15 M 21 - 126
ohne weitere angaben


Die Fähre Belgern

Schon  in früher Zeit unterschied man an dieser Stelle, zwischen der großen (Floß) einer kleinen (Kahn) Fähre. Von denen sich die Große oberhalb der ehemaligen Feldmeisterei,
die andere sich an der Stelle befand, wo beide jetzt vereinigt sind.
Ursprünglich gehörten die Fähren der reichen Familie von Ilburg an, welche die Gebrüder Günter und Hans von Radestock damit beliehen hatten.
Diese wiederum verkauften die Fähren 1342 an das Closter Buch.
1474 lieh das Closter die halbe Fähre dem Fährmann Wenzel auf Lebenszeit und mit der Bedingung,
dass niemand in des Abts Gerichten befugt sein solle, weder auf Schiffen noch Kähnen auf der Elbe überzusetzen.
Von diesem Wenzel scheint die Fähre nur an Privatpersonen übergegangen zu sein. Denn es wird 1526 ein Blasius Götze genannt, der durch vielfache Klagen und durch Vermittlung des Buch`schen  Sequesters  von Kitscher vom Rath und der Gemeinde hier das Zugeständnis erhielt, das man ihm statt bisher 4 Pf. fortan 6 Pf. für einen Wagen überzusetzen geben wolle.
Gegen 1572 übergaben die Fährleute einem gewissen Beamten , den sie Ewr. Gestrengen(vermutlich den Amtshauptmann Haugwitz) ein Verzeichniß ihres Einkommens , das ich der Merkwürdigkeit halber hier erwähne möchte :

Alden-Belgern giebt aus jeglichem Hofe einen Groschen,ein Gärtner 6 PF. Und so eine Wirtschaft oder Hochzeit im Dorfe wird, giebet man daraus 1 Braten,1 Hochzeitsbrod und vor 1 gr. Bier desgleichen zu Cosdorf,Leiendorf und Brottewitz,Belgern giebt jeder ein jeglicher Bürger ,Wirth oder Hausgenoß, der einen besonderen Tisch hält, jährlich 4 Pf. Nehmlich auf Johanni 2 und 2 auf Weihnachten, ingl.auf eine Hochzeit 1 Braten 1 Hochzeitsbrod und vor 1 gr. Bier. Vor ein Wagen, so er in einem Tage hin- und herfährt, giebt ein jeder 6 Pf., wenn er über Nacht ausbleibt , giebt er abermals 6 Pf.
.


Im Fall aber, da eine Eisfahrt wäre oder ein großes Wasser, daß man mit einem Schrick nicht gründen kann, soll und muß ein jeder , er sei zu Roß oder zu Fuß, dieserhalben mit den Fährleuten sich sonderlich vertragen und ihnen ihre Mühe vergnügen.
Vom dem Amt  Torgau erhält man jährlich ½ Malter Korn, Belgerisch Maas, welches vormals das Closter Nimptschen gegeben, Kötten, Kaukliitz, Göllitzsch und Korgitzsch, Katewitz Ottersitz,Tauschwitz, Wichtewitz, Wenzendorf, Pakisch, Stehla, Mahitzschen, Gölsa, Adelwitz, Arzberg, Neussen, Puschwitz und Döbeltitz waren auch zinspflichtig.
Unter diesen Privatleuten waren die Fähren in ziemlich schlechten Zustand gerathen, weshalb sie gegen 1590 der Rath an sich brachte, doch 1605 mir Ausnahme der Kahnfähre wieder an Simon Mietzsch und Stephan Zeller  pro 600 fl. Verkaufte.
1699  nach einer Hochwasserflut, wurde die große Fähre aus der kleinen Aue in die Gegend hinter der Cavillerie verlegt.
1765 hatte man zwar die Absicht,
die große Fähre nach dem Schloß- oder Ercknitzbach zu verlegen, doch kam sie nicht zur Ausführung.
Endlich verstand sich 1776 der hiesige Bergverwalter den sogenannten Elbbergweg,der in einem schmalen Pfade bestand und zur Kahnfähre führet, durch Einrückung des  Weinbergzaunes um 2  Ellen zu erweitern und nachdem sich der Fährmann Görentz mit dem Rittergutsbesitzer v. Kirchbach auf Tauschwitz wegen der jenseitigen Anfahrtsstelle geeinigt hatte, wurde die große Fähre mit der kleinen bei der Untermühle vereinigt.
1874 erkaufte der Rath die große Fähre von Carl Gottfried Görentz pro 700 Thlr. Wieder,
seitdem sie zeitweise in Pacht gegeben wird.
Das Fährgeld wird nach dem unterm 21. März 1841 Allerhöchsten Orts festgestellten Tarife erhoben.

Quelle :  Carl Norbert Bertram und Bruder Gustav Hermann Bertram
            1860





Die Wagenfähre Belgern um 1915


Postkarte Sammlung K.Stein Dresden

Die Wagenfähre Belgern um 1934


Postkarte Sammlung K.Stein Dresden

Im Bereich der Fähre Belgern ist interessant zu sehen,dass es im Jahr 1925 den Hafen noch nicht gegeben hat.Recht deutlich war die empfohlene Fahrstrecke zu erkennen.

Zum Vergrößern bitte auf das Foto klicken

Ehemalige Motorfähre "Roland" im Hafen Belgern.
Eigentümer unbekannt.


Foto K.Stein Dresden

Die Wagenfähre Belgern 2007


Foto K.Stein Dresden

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