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Fähren Göhlis - Meissen

Fähre Boritz – Merschwitz   Km 98,0

An Fährgefäßen waren folgende Fahrzeuge vorhanden:

Eigentümer: Robert Beyer Merschwitz

Motorfähre "Linni"                                  Paß Nr. (11 M 71 - 15 alt) 15 M 31 - 102 neu
Eichbezeichnung                                       
 E.Dn.453 v.05.03.1959
Baujahr/Ort                                               1928 Pöche Zehren
Bauart                                                       Komposit m.Holzboden
Zugel.f.                                                     27 Personen  
Antriebsmasch.                                          1 Zyl. Junkers Diesel
Typ                                                           1 HK 65
Leistung                                                     10 PS bei 1200 U/min.
Das Fahrzeug wurde 1970 im Register gelöscht. Später jedoch als Freizeitboot wieder aufgebaut.

Motorfähre "Rolf"
                                 Paß Nr. 11 M 71 - 17
1952 befand sich nur der Bootskörper an dieser Stelle an Land.

Gierseilwagenfähre
                                Paß Nr. (11 M 81 - 14 alt) 15 M 31 - 103 neu
Eichbezeichnung                                         E.Dn. 323 v.25.04.1953 alt
                                                                669 D v.26.11.1963 neu
Baujahr/Ort                                               1944 Riesa
Bauart                                                       Stahl m.Querspant/ genietet
Zugel.f.                                                     178 Personen oder 19,93 t
                                                               159 Personen oder 14,00 t ab 02.11.1960
                                                               1976 nach Martinskirchen Krs. Torgau erhielt den Namen "Martinskirchen"
.
        






Das Fährregal und auch das Dorf Boritz verlieh Kaiser Otto der II. der Kathetralkirche zu Meißen im Jahr 983. Der Bischof zu Meißen besaß 1350 die Lehnshoheit über diese Fähre.
In den nun folgenden Jahren hatten mehrere Einwohner Anteile an Fähre, Fährgerechtigkeit und Fährhaus. Nun wurden oft nur Anteile davon verkauft.  
In den Jahren 1704-1818 ist die Fähre Merschwitz fiskalisch und wurde als Wagenfähre betrieben. Zur Wagenfähre wurden aber auch Schaluppen zum Übersetzen von Personen mit kleinen Transportgütern eingesetzt. Mit dem Enstehen von landesherrlichen Transportwegen, hier zum Beispiel die Salzstraße, konnten die Warenströme über die vom Landesherrn gewünschten Routen gelenkt werden. Damit war sichergestellt,  daß  die  Akziseeinnahmen nahezu hundertprozentig eingenommen werden konnten.  Die Fährmeister  wurden  zu "Beigleidseinnehmer" vereidigt und mußten den Wegezoll einnehmen.
Ab dem Jahr 1853 wurde die Fähre wieder verpachtet. Im Jahre 1872 wurde die Fähre vom Finanzministerium an den Schiffer Rudolf Strehle  
aus Kötitz verkauft. Dieser verkaufte unter dem 26.Sept.1872 die Fährgerechtigkeit an den Fährmeister Thiele.
Thiele wiederum verkaufte die Fährgerechtigkeit mit dem Fährhaus 1894 an den Schiffer Karl Hermann Wachs
aus Merschwitz.
Im Kaufvertrag vom 26. Sept. 1872 hat sich der Fiskus das Rückkaufsrecht der Fähranstalt sowohl gegenüber dem Käufer Thiele
als auch gegenüber dessen Nachbesitzer vorbehalten.
Dieses Rückkaufsrecht ist auf den Blättern 93 und 94 des Grundbuches für Merschwitz in Spalte II. unter Nr. 2 eingetragen. Der Fährbetrieb wurde mit einem Prahm am Gierseil, einem freifahrenden Prahm und zwei Schaluppen betrieben. Um 1900 wurde die Fährgerechtigkeit an einen Fährmeister Wachs
bestätigt.
1926 wurden jährlich 10 M als Verleihungsgebühr an den Staat gezahlt.
Diese Fähre war eine reine Personenfähre. Sie wurde seit 1650 von der Familie Rendler
bis 1940 gepachtet .
Die Familien Rendler
waren auch Schiffshändler und versorgten die hier damals zahlreich lagernden Schiffer mit allem was nötig war.
1919 verkaufte die Witwe Wallrath
die Fähre mit Fährrecht und Fährhaus an Robert Beier. Ab 1946 pachtete Paul Paust,der Schwiegersohn des Robert Beier, die Wagenfähre  bis 1967. Nach 21 Jahren Fährbetrieb mußte Paul Paust den Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben.
Ab diesem Zeitpunkt wurde der Fährbetrieb mit der Motorfähre "Linni"
aufrechterhalten. Mit der Einrichtung von Buslinien auf beiden Seiten der Elbe wurde einerseits die Mobilität der Bevölkerung dieser Dörfer erhöht, andererseits war die Notwendigkeit täglich die Fähre zu nutzen nicht mehr gegeben. Die Wirtschaftlichkeit dieser Fähre war somit nicht mehr gegeben. Die Fähre wurde 1975 eingestellt.



Quelle:
H.St.A. 10054 Prokuraturamt Meißen Nr. 1700

In einem Schreiben vom 8. Martii anno 1709 Beschwerte sich der Kurfürst über die Unzuverlässigkeit der Fährleute an der Fähre zu  Merschwitz.
Er forderte sie auf, insbesondere im Winter, ihre Fähre bis 9,00 Uhr vom Eis befreit zu haben. Die Fuhrleute wurden oft über den halben Tag aufgehalten.
So drohte er ihnen an, für jede Stunde Verzögerung bei den Fuhrleuten, einen Taler Strafe zahlen zu müssen.

Quelle:
H.St.A. 10036 Loc.34684 Nr. 39899

Die Wagenfähre ist eine der ältesten
Fähren in Sachsen. Hier mit einem Wagengespann
mit vier Pferden.
Deutlich zu erkennen die zwei Gierbrettter die
bei geringem Wasserstand herabgelassen
wurden um die Strömung besser ausnutzen
zu können.

Postkarte:
Sammlung K.Stein Dresden

Die Wagenfähre Boritz - Merschwitz 1963


Postkarte:
Sammlung K. Stein Dresden


Die Wagenfähre Boritz - Merschwitz 1983

Postkarte:
Sammlung K.Stein Dresden

Die Pioniere errichteten 1937 eine Schiffbrücke bei Merschwitz über die Elbe.


Postkarte: Sammlung K. Stein Dresden

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