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Fähren Dommitzsch - Riesa
Ehemalige Fähre Wurzen

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Nach dem Vorhandensein von Furten und später Fähren richteten sich die die Straßenzüge. Im 10 und 11 Jahrhundert kreuzten die Salzstraßen (sie verzweigten sich oft aus unterschiedlichen Gründen) die Mulde bei Grimma, Trebsen, Wurzen und Eilenburg. Die Fuhrleute kamen von Halle und Leipzig und zogen weiter nach Osten und nutzten dabei die Fähren in Boritz, Strehla und Belgern an der Elbe.
Es gab noch andere häufig benutzte Wege über die Mulde so die Furten bei Rochlitz, Töpeln und Döbeln.
Viele der polnischen, schlesischen, giechischen und Böhmischen Fuhrleute umgingen die "Hohe Straße" um Geld für die Überfahrt zu sparen, aber auch um schneller vorwärts zu kommen. Seit dem 15. Jahrhundert fällt die "Hohe Straße" nach Eilenburg oder Grimma aus.
Erst im 17. Jahrhundert läuft sie über Wurzen. Das lag mit Sicherheit nicht nur an den sumpfigen Niederungen rund um Wurzen, sondern wohl auch an den zollpolitischen Maßnahmen der Landesherren gegen das bischöfliche Territorium Wurzen.
Die Fuhrleute waren verpflichtet die "Hohe Straße" zu benutzen 1559 sollen die ersten Wagen hier die Mulde überquert haben. Damit trat der Rat von Wurzen in einen Wettbewerb mit Grimma und Eilenburg ein.
Die Anschaffung einer neuen Fähre 1575 war Anlaß zu einem Vertrag mit den Städten Grimma und Eilenburg mit dem Ziel, nichts bezüglich der "Hohen Straße" zu ändern.
Das sich der Rat Wurzen nicht daran hielt zeigt eine Klage von Grimma und Eilenburg ¹wegen Unterschleife (unberechtigtes Übersetzen) von Fuhrwerken.
Die Fährleute wurden wiederholt verpflichtet, nichts Geleitbares überzusetzen. 1600 wurde ihnen ein Schwur abverlangt  " ich schwehre das ich [...] centner und lastgut und andere wagen, so viel derer an die hohe strasse gebunden, gar nicht überführen will".
Verstösse von Seiten der Stadt Wurzen gegen die bestehenden Verträge waren an der Tagesordnung, wollte man doch die lukrativen Geschäfte mit vier und sechsspännigen Wagen nicht verlieren.
Diese Vorgehensweise war aber nicht nur auf Wurzen beschränkt, nein sie traten bei nahezu allen, besonders den Wagenfähren in Erscheinung.
Als 1609 Wurzen behauptette ein bis sechsspännige Salz- und Getreidewagen schon von jeher übergesetzt zu haben, erhob Eilenburg dagegen Klage.
1611 zogen die meisten Fuhrleute von Großenhain, Dresden, Pirna und Schlesien über Wurzen nach Leipzig, auch hier klagte Eilenburg jedoch ohne Erfolg. Obwohl der Kurfürst wiederholt verbot die drei- und vierspännigen Salz- und Getreidewagen überzusetzen, wurde dieses Verbot nicht befolgt. Der Weg über Wurzen war einfacher und viel kürzer als über Eilenburg oder Grimma²
Erst 1619 gelang es Wurzen ein "Geleit" zu errichten. Damit konnten auch große Fuhrwerke übergesetzt werden. Die Freude für Wurzen gewährte nicht lange. 1628 wurde auf kurfürstlichen Befehl das Fährgeld für fremde Pferde
von 6 Pf. auf 1 Gr. erhöht. Den erhöhten Ertrag sollte dem Amt zugeführt werden. Erst ab 1629 besaß der Rat die Fähre wieder allein ³.   
Kurfürst Johann erhielt bisher vom Amt nur vier alte Schock als Zins, er verfügte die Herstellung des vorherigen Betrages.
Um die Einnahmen zu erhöhen verbot er 1659 das die "in- und ausländischen Kutscher Fuhrleute und Reitende auch andere Reisende Personen" die Furt zu benutzen. Beim durchfahren der Mulde bezahlten sie bisher nur 6 Pf
die dem Rat allein zufielen.
Was tat man nicht schon damlas um zu mehr Einnahmen zu kommen, 1671 und 1679 wurden die Patente wiederholt geändert.
Neben der Wagenfähre besaß der Rat noch eine Kahnfähre an der das Amt nicht beteiligt war. Auf Grund des immer stärker werdenden Verkehrs zwischen Leipzig und Dresden wünschten sich viele der Reisenden eine Brücke über die Mulde. Oft war die Überfahrt gefährlich oder gar nicht möglich. Deshalb nahmen viele wieder den weiteren Weg über Grimma oder Eilenburg in Kauf. Der Ruf nach einer Brücke wurde immer lauter.
1717 trat das Amt für einen Brückenbau ein. Der König genehmigte diesen Plan, doch der Rat wollte nicht auf die lukrativen Fähreinnahmen verzichten⁶.
Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Verhandlungen zwischen Rat und Brückenbaucommision wieder aufgenommen. Für die Entschädigung durch den Bau der Brücke machte der Rat gegenüber dem Staat eine Summe von 1000 Thlr. geltend und wollte damit die Fährgerechtigkeit an den Staat abtreten. König Friedrich August bewilligte schließlich die Summe von jährlich 700 Thlr. für die eingehende Fährgerechtigkeit zu. Den Erbzins ins Stift Meißen von       1 Thlr. 4 Gr. sollte der Fiskus übernehmen. Brückengeld sollten die Einwohner nur für Geschirre und die Wagen zahlen.
Den Jahrlohn den die Einwohner der benachbarten Orten entrichteten, sollte an das Amt mit entsprechender Vergünstigung beim Benutzen der Brücke fliesen.
Der Zins für das Fährhaus (5 Thlr. u. 2 Gr.) entfiel damit ebenso der Zins für die Straße vom Geleitshause bis zum Fährhaus.
Da die Brücke fertig gestellt war, trat ein Vertrag in Kraft, daß die erwähnte jährliche Entschädigung für die eingegangene Fährgerechtigkeit ist 1853 nach langen Verhandlungen auf 800 Thlr. jährlich erhöht wurde.
Ab dieser Zeit mußten die wurzener den vollen Preis für ihre Geschirre beim benutzen der Brücke zahlen.
Mit einer einmaligen Summe von 20 000 Thlr. wurde die jährliche Entschädigung 1857 abgelöst⁷.


Quelle: H. St. A. DD Coll. Schmid. amt Wurzen Vol. VI. Nr. 58¹
         H. St. a. DD Fin. Archiv. Loc. 39984. Rep. XV Wurzen Nr. 2²
         H. St. A. DD Fin. Archiv. loc.  39984. Rep. XV Wurzen Nr. 3 ³
         H. St. A. Coll Schmid. Amt Wurzen Vol. IV. Nr.58
         Schumann Postlexikon XIII. S. 367
         RAW. Rep. Sect. IIIa. Nr. 9 Vol.I.
         RAW. Rep. Sect. IIa.  Nr. 9 Vol III.







Der Wortlaut dieser Fährenrechnung:

Ambtes Wurzen
Extract

Aus des Fehreschreibers gehaltenen Verzeichniß
war das ahngeordnete  Fehr geld daselbst von
den 1.Maij bis 30 Augusti incl.A [anno] 1629
                     getragen

Die Angaben beziehen sich auf "Florentiner" für Gulden, in
diesem Fall sind es Meißner Gulden zu je 21 Groschen
der Groschen zu je 12 Pfennige gerechnet.

Die Abkürzungen bedeuten: f = Florin od. Gulden, gl = Groschen und d = Pfennig

                              Einnahme

82 f. 11 gl. 6 d.    Von 2250 Pferden
                          Alß
57 f. 20 gl.           Von 1217 Pferden von i [e] den 1 gl.
                            darvon der gnedigste Herr
                            schaft 6 d. dem Rath 3 d. und den
                            Fehrleüten 3 d. zu kommen
24 f. 12 gl. 6 d.   von 1033 Pf. von fl. 6 d. halb den
                            Rath und halb den Fehrleüten
                          Thut ut supra
                          Ausgabe

7 f. 17 gl. 5 d.    Des Fehrschreibers Besoldung von der gne
                           digsten Herrschaft Antheile. Von jeden Pf. 3d
26 f. 16. gl. 6 d. Dem Rath zu seinen Antheil
26 f. 16 gl. 6 d.  Dem Fehrleüthen zu ihrerem Theil

                        Thut/
                             
                           58 f. 8 gl. 5 d.
                          Diese von der Einnahme der 82 f. 11 gl. 6 d.
                           abgezogen
                           Verbleibt der gnedigsten Herrschaft
                           in die Newe Cammer zu berechnen
                           24 f. 3 gl. 1 d.




Quelle:  St. A. Lpz. Stadt Wurzen Nr. 2443
                              



Die Abrechnung im unteren Teil erklärt sich wie folgt:

      
Unten findet man die Rechnung da zählt er 4 Gulden 17 Groschen
und 5 Pfennigefür seinen eigenen Sold auf. Darunter stehen
zweimal 26 Gulden 16 Groschen und 6 Pfennige, da Rath und
Fährleute sich ja auf Halbe/Halbe geeinigt haben. Die Pfennige
sind also 5+6+6 = 17 Pfennige, 12 ergeben einen Groschen der
nach links rückt, an der letzten Stelle der Summe bleiben also
5 Pfennige stehen. Die Groschen ergeben 17+16+16+1
von rechts = 50 Groschen, 42 Groschen ergeben 2 Gulden,
die nach links rücken, es bleibenin der Mitte also 8 Groschen
stehen. Links ergeben sich dann an Gulden  4+26+26+ 2
von rechts = 58. So ist er auf die Summe von 58 Gulden,
8 Groschen und 5 Pfennigen gekommen.


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Dieses Schreiben ist eine Gebührenanordnung vom 8. November 1627 für die Fähre Wurzen

Zuewißen demnach der Durchlauchtigste Hochge
borene Fürst und Herr, Herr Johann Georg, Herzog zue Sachßen
Jülich undt Bergh des heiligen Römischen Reichs Ersmarschall und
Churfürstl Landgraf in Düringen, Merkgraf zue Meißen, Burg
graff zue Magdeburgk, Graf zu der Marck undt Naumsburgk,
Herr zue Nauenstein p. Unser gnädigster Herr p. am dato Dreßdenn
den 8. November abgelauffenen 16727 Jahres, unter anderen Gleits
sachen auch diese gnedigst uns committret und anbefohlen.      Wie
undt außerhalb der Leipzigischen Märckte viel Kuzschen und Lastwagen
Vbergeführet, unndt dem Rathe /: ist die Fehre umb vier alte Schock
jährliches Zinßes wiederum [...] zuegebrauchen hat :/ nach Gelegenheit
des Waßers von  [...] Pferde sechs Pfennige, ein Groschen, auch
wohl zweere Groschen geben müßen, oder das Fehrgeldt zue helfften
durch eine gewiße Persohn, dem Ambte zum besten. eingenommen
werden könnte,                     Als sollten wir gleichfals, unserm
Ermeßen nach, undt damit davon jährlich ein anstehnliches zuerlan
gen, Anorderung thuen,
Das derowegen dato vf vorgehende Erkundigung undt geplogenes
Bemerken mit dem Rathe zue Wurzen es dahin vormittelst werde.
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