Title
Direkt zum Seiteninhalt
Fähren Siebeneichen - Kaditz

Fähre Siebeneichen – Niederspaar  Km 80,6

Älteste Nachricht 1648
Konzession f. Rittergut 1819


Als Folge des kurfürstlichen Patentes von 1648, verlangte der Meißner Amtsschösser , vom Siebeneichener Rittergutsbesitzer die Abschaffung seines Kahnes. In dem Patent verlangte der Kufürst die Abschaffung aller Fähren, um damit gegen die Schleiffähren vorgehen zu können. Als Schleiffähren wurden Fähren bezeichenet, welche nicht genehmigte Personen und Gütern trotz des Verbotes übersetzten.

Der Rittergutsbesitzer rechtfertigte sich damit dass, "bey dem guth Sieben-Eichen etzliche hundert Jahre stets eine Überfahrt mit einem Kahn gehalten worden, darauff man" die Untertanen zur Verrichtung ihrer Arbeit auf den jenseits gelegenen Wiesen und Feldern übersetzte.
Die private Fähre wurde zugelassen, nachdem sich der Besitzer verpflichtet hatte, nichts „geleitbares„ überzusetzen. Mehrmals, so 1722, 1764 beschwerte sich der Rat zu Meißen, dass schon längst niemand mehr an diesem Kahn zurück gewiesen werde.
1818 erklärte sich der Rittergutsbesitzer zu einem jährlichen Kanon von 10 Tlr. Bereit. Damit konnte alles was zum Rittergut gehörte, übergesetzt werden. Der Kanon war an das Erbamt Meißen zu entrichten.
In einem Bericht des Wasserbauamtes Meißen von 1910 an das Finanzministerium wird folgendes über diese Fähre berichtet :

     seit dem 1.Mai 1896 ist diese Fähre an den Fährmeister in Niederspaar verpachtet,der sie mit zwei Schaluppen                                                                            betreibt. Am 2.Juni 1902 wurde sie an den Badeanstaltbesitzer Otto Grögis verpachtet.


Das Rittergut besaß noch 1931 die Gerechtigkeit und gab sie einem Pächter aus. Diese Personenfähre existierte noch bis 1960. Die letzten Fährleute waren der Fischer Hartmann und Fritz Starke.

Leider sind von dieser Fähre keine Fotos erhalten. Für eine Hilfe in dieser Sache wäre ich sehr dankbar.


Quelle:   H. St. A. Loc. 39925. Rep. XV Meißen Nr.7
            H. St. A. Loc. 31628. Bl. 51b
            H. St. A. Loc. 31980 Rep. XXXII. Spez. Nr. 1827



An Fährgefäßen waren folgende Fahrzeuge vorhanden:

Eigent Rat d. Stadt Meißen
Vormals Friedrich Riecke Meißen Spaar

Motorfähre "Marga"                        Paß Nr. 11 M 71 - 29
Eichbezeichnung                                 E.Dn.411 v.19.06.1958
Baujahr/Ort                                        unbekannt
Bauart                                                Komposit m. Holzboden
Zugel.f.                                              50 Personen
Antriebsmasch.                                   1 Zyl. Junkers Diesel
Typ                                                    1 HK 65
Leistung                                              12,5 PS bei 1500 U/min.
Das Fahrzeug war seit 1974 für den Rat d.Stadt Meißen registriert. 1978 aus dem Register gestrichen.

Motorschaluppe "Lutz"                    
Paß Nr. 11 M 71 - 18
Eichbezeichnug                                   ohne
Baujahr/Ort                                        ohne
Zugel.f.                                              ohne
  



Kopie eines Gemäldes mit einer Schiffmühle und dem Fährkahn des Gutes von Siebeneichen um 1800

Quelle: Sammlung K.Stein Dresden

Der Auszug des Wortlautes nebenstehenden Contraktes vom 1.April 1855 lautet übesetzt :



Elbüberfahrt – Contrakt mit Carl Gottfried Schreiber in Niederspaar.

                                                                      Gericht Siebeneichen am 1.April 1855


Go. Miltitz mündlich bestellt, erscheint der Besitzer.
Carl Gottfried Schreiber aus Niederspaar und zeitheriger Pachtinhaber der Elbüberfahrt bei Siebeneichen, und es wir ihm von anwesenden  Herrn Justitiar eröffnet, dass die Rittergutsherrschaft zu Siebeneichen zwar nicht abgeneigt sei ihm die Pacht der Elb – Überfahrt bei Siebeneichen auch Feuerhin nach zu belassen, jedoch unter folgender Modifikation.

                                                          1.

Das die für diese Elb – Überfahrt  das zeitweilige jährliche Pachtgeld von Acht Thalern auch weiterhin an die Rittergutsherrschaft zu entrichten sei.

                                                          2.

Das er jedoch von nun an die Anschaffung und Unterhaltung der Fahrzeuge ohne zutun der Rittergutsherrschaft aus seinen eigenen Mitteln, aber auch derartig bestreiten muß. Das zu irgend einer Beschwerde Seiten der Passanten keine Gelegenheit gegeben werde, außerdem das Pachtverhältnis sofort für angehoben zu erachten sei.

Quelle:
H.St.A. Coll.Schmidt Kreisamt Meißen Vol.XII.Nr.361

Freiherr v.Friesen verkauft am 22.September
1933 die Fährgerechtigkeit an die Stadt Meißen


Quelle: H. St. A. Coll.Schmidt Kreisamt Meißen Vol.XII.Nr.361

Die Fährgerechtigkeit für Adolf Hiecke v.02.November 1933


H.St.A. Coll.Schmidt Kreisamt Meißen Vol.XII.Nr.361

Während des Krieges 1944 war eine Notfähre am Stromquerschnitt 1140, also ca 100 Meter unterhalb der ehemaligen Fährstelle, geplant.

Quelle:
Archiv Wasserstraßenamt Dresden

Die Fährschaluppe um 1910

Quelle: SLUB Fotothek E.Zöllner
          
www.deutschefotothek.de

Diese Broschüre erscheint im DIN A4 Format mit 70 Seiten. Zu erwerden ist diese Broschüre in der Touristinformation Meißen und im Hotel und Restaurant "Forsthaus" Coswig zum Preis von 8,00€
Oder über die E-Mail Adresse: faehrenderoberelbe@t-online.de
Bei versand plus 2,50€ für Verpackung und Versand.
Title
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit.
Zurück zum Seiteninhalt