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Fähren Dommitzsch - Riesa
Schiffmühlen Strehla

Ein Auszug aus der Chronik des Julius Kleber von 1909


                                               Die Schiffmühlen

Im Jahr 1709 gab es an der Elbe vier Schiffmühlen (sie gab es schon im Jahre 1691)

Die Besitzer dieser Mühlen waren:

1.  Hans Schumann
2.  Andreas Kunzsch
3.  Christian Thomas
4.  Christian Reinhardt

In den Jahren 1725 und 1732 wurden folgende Schiffmüller genannt:

1.  Hans Schumann
2.  Gottfried Riedel
3.  Johann Zuschens Witwe
4.  Christian Reinhardt

Dagegen werden 1789 genannt: Junge, Riedel,
Rautenstrauch und Förster.

Im Jahr 1732 hatten die Schiffmühlen an die Rittergüter Görzig und Trebnitz 32 Taler Zins zu entrichten.

In den Jahren 1852 gab es nur noch drei Schiffmühlen, diese besaßen:

1.  Friedrich August Engelmann, eine Schiffmühle samt Weiche
2.  Ernst Ferdinand Engelmann, eine Schiffmühle samt Mühlenbestand
3.  Friedrich Wilhelm Engelmann, eine Schiffmühle samt Weiche

Durch die der Schiffahrt förderlichen Korrektionsmaßnahmen an der Elbe verschwanden die Mühlen.
Die zuletzt bestandene wurde im Jahre 1871 dem Besitzer Friedrich Wilhelm Engelmann
vom Staate für 1700 Taler abgekauft. Nur eine Weiche erinnerte noch jahrzehntelang an den
Stand der Mühlen, bis auch diese bei Errichtung des neuen Ausladeplatzes verschwinden mußte.

Zitat aus: Chronik der Stadt Strehla und Umgebung bearbeitet v. Julius Kleber
              Kantor an der Stadtkirche 1872 bis 1907






Auf der Kopie eines Gemäldes von 1770 sind drei der vier Schiffmühlen
zu sehen (am Bildrand rechts).

Den Inhalt des Fensters rechts kann man Zoomen.


Quelle: SLUB Dresden
             Verzeichniß  
derer auf dem Elb Strohm von
der Magdeburgischen bis an die
Böhmische Grenze in Sächsiß.
Landen liegenden sämtlichen
Schiffsmühlen, ingleichen auch
derer auf besagte Elbe von der
nebst und daßischen bis an
die Böhmische Grenze befind
lichen Weydigt Heeger und
Inseln de. ao. 1765


Quelle H. St. A. Dresden 10036 Fin.Archiv Loc. 33807 Rep. XXVII Gen.Nr.81
                               amt Oschaz

4......................Stadt Strehla davon gehöret
                       1te Friedrich Riedeln, Die
                       2te Jacob Riedeln,
                       3te Christian Riedeln und die
                       4te Gottfried Junge

Den Inhalt des Fensters rechts kann man Zoomen.
Ein Auszug der Polizeiverordnung Sachsen 1840
die Schiffmühlen betreffend.
Wege zur Ein- und Ausschiffung des Getriedes und zu
sonstigem Verkehr mit der Schiffmühle über ufergebäude anzu-
legen, ist nicht erlaubt, insofern der Müller die Erhaltung des
Baues nicht übernommen hat. Ferner darf kein Schiffmüller zur
Befestigung seiner Mühle in dem Strombette Grundpfähle ein-
schlagen, oder zum besseren Umtriebe derselben Streichzäune oder
andere Vorrichtungen in demselben anbringen. Im Contraven-
tionsfalle soll er für jeden Pfahl einen Thaler, für jeden
Streichzaun aber mit fünf Thalern bestraft werden.
   Pfähle und Anker die auf dem Lande zur Befestigung der Mühle
notwendig sind, dürfen weder auf dem Ufer noch auf den Damm-
Gebäuden eingeschlagen werden. Bei hohen und steilen Ufern aber
muß dies jedes mal in einer Entfernung vom Ufer geschehen, welche
insofern von der Commision nicht eine anderweite Anweisung
nach der örtlichen Beschaffenheit des Ufers ertheilt wird, die Ufer-
höhe bei einem gewöhnlichen Wasserstande dreimal in sich faßt.


Quelle: Sachsens Polizei: Ein Handbuch für k. sächsische Polizeibeamtete 1840


Etwaige Vorgänge aus der heutigen Zeit (2019), sind rein zufällig
und nicht zu verallgemeinern.
Die vermutlich einzige Aufnahme einer Strehlaer Schiffmühle.
Es könnte die Mühle von Friedrich Engelmann sein.


Foto: Sammlung Lothar Schlegel Strehla
Die Kopie eine Gemäldes von 1845.
Links die Schiffmühle die zu Lorenzkirch
am rechten Elbufer gehörte.
Siehe auch Schiffmühle Lorenzkirch


Quelle: SLUB Dresden Kartenforum
Auf diesem Kartenauszug einer Karte von 1822
sind die Mühlen noch eingetragen.


Quelle: SLUB Dresden Kartenforum.




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