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Fähren von Podebrady - Usti n.L
Lodní mlýn Střekov
Schiffmühle Schreckenstein

Der Schiffmühlenpächter Ignaz Schorsch reichte 1836 ein Gesuch ein,
eine Schiffmühle unterhalb des Schreckenstein einrichten zu dürfen.
Am 29 März 1836 suchte das Schreckensteiner Amt um die Bewilligung zur
Erbauung einer Schiffmühle bei der Elbschiffahrtskommission an.
Auf Grund der letzten zwei trockenen Jahre sei eine "hinreichende
Dienung des Publikums bei Vermahlung des Brotgetreides" nicht gesorgt.
Das Amt sei daher "gesonnen" dem Ansuchen des Ignaz Schorsch um
Errichtung einer neuen Schiffmühle bei Schreckenstein zu "willfahren".

Das Amt Schreckenstein hat das Kreisamt am 24.Juni 1836 um
Bewilligung gebeten.
Auf Grund der langewährenden Trockenheit (ohne Klimahysterie) wendeten
sich am 12.Juli 1836 die Gutschreckensteiner Gemeindeinsassen sowie
die fremdherrschaftlichen Gemeinden an das Schreckensteiner
Wirtschaftsamt und baten um Abhilfe  der Mahlnot.
Am 20.Juli 1836 wiederholte das Schreckensteiner Amt die Bitte um
Erledigung des Gesuchs.
Bei dem geringen Wasserstand in allen Bächen sei Mahlnot eingetreten.
Die meisten Landmühlen lagen trocken und die Mühlen an den großen
Bächen könnten nur hier und da eine geringe Quantität an Brotgetreide
vermahlen, sodaß keineswegs der Bedarf gedeckt sei.

Dem Übel könne nur durch Erbauung mehrerer Schiffmühlen abgeholfen
werden. Das neue Mahlwerk könnte in dem Zeitraum von 30 Tagen
in Stand gesetzt werden, weil die nötigen Bauapparate bereits durch
den Bauführer angefertigt wurden und der Bauplatz schon zum
größten Teil geräumt sei.

Die Oberbaudirektion in Prag lehnte das Gesuch ab, mit der Begründung,
das Flußbett sei an dieser Stelle zu seicht. Das felsige Flußbett ließ eine
Vertiefung des Flußbettes nicht zu.

Auf Grund der ungewöhnlichen Trockenheit wurde die Mahlnot immer drückender.
Die Untertanen mußten zu weit entfernten Mühlen fahren und kehrten mit dem Getreide
zurück, weil sie die Forderungen der "halbsüchtigen" Mahlmüller nicht befriedigen konnten.
Das Schreckensteiner Amt hat daher dem Ignaz Schorsch wegen unbedingter
Notwendigkeit die Bewilligung erteilt, bei Schreckenstein eine neue solche
Schiffmühle zu errichten; weder die Elbeschiffahrt noch ein anderes
Mahlwerk würden dadurch beeinträchtigt.

Die Prager Baudirektion teilte am 1. Dezember 1839 dem Kreisamt mit, daß die
Schiffmühle nicht mehr als 10 Klafter vom Ufer gestellt werden dürfe.

Was zeigt uns dieses Beispiel heute im Jahr 2020 ?

Die Mühlen Gottes mahlen langsam, auch heute noch.
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